TV und Shows Interview mit DSDS- Jurorin Natalie Horler: „Ich bin strenger als ich dachte“

Interview mit DSDS- Jurorin Natalie Horler: „Ich bin strenger als ich dachte“

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Interview mit DSDS- Jurorin Natalie Horler: „Ich bin strenger als ich dachte“: Am 7.01.2012 geht die Suche nach dem deutschen Superstar in die neunte Runde. Wer wird Nachfolger von Pietro Lomabrdi werden? In der Jury sitzt in der neunten Staffel unter anderem Natalie Horler besser bakannt als CASCADA. Nun steht sie RTL noch einmal Rede und Antwort.

Mit mehr als 30 Millionen verkauften Tonträgern weltweit ist Natalie Horler (30) mit CASCADA einer der erfolgreichsten Dance Music Acts der Welt. Zu ihren größten Erfolgen zählt „Everytime We Touch“, mit dem sie 2006 in den Top 10 der USA landete. Mit ihrem Platin Mega-Dance-Hit „Evacuate The Dancefloor“ war Natalie 2009 die Nummer 1 der englischen Charts sowie in den Top 10 in 20 weiteren Ländern.

Natalie Horler
Natalie Horler

Natalie und CASCADA haben die weltweit wichtigsten Musikpreise gewonnen. Unter anderem den World Music Award, den International Dance Music Award, sowie den UK Music Award.

Die vielfach Gold und Platin ausgezeichnete Sängerin ist seit über acht Jahren auf Tour und ihre Singles eroberten bereits unzählige Male in England, Frankreich, Deutschland, Spanien, Südafrika oder Australien die Pole-Position der Charts.

Natalie Horler, gebürtige Britin, wuchs in Deutschland auf und wohnt heute in Bonn. Als Tochter von David Horler, einem anerkannten Jazzmusiker und Arrangeur, der mit Größen wie Quincy Jones, Stan Getz und Tony Bennet zusammengearbeitet hat, wurde ihr die Musik quasi in die Wiege gelegt.

Natalie, am siebten Januar startet DSDS bei RTL. Du bist neu in der Jury, wie gefällt dir die Arbeit?

Natalie: Es macht richtig Spaß, talentierten Menschen beim Singen zuzuhören, ihnen positiv zuzusprechen und ihnen auf dem Weg einer großen Karriere zu helfen.
Am Besten gefällt mir, dass man die Kandidaten von Dreh zu Dreh besser kennenlernt. Man bekommt backstage mit, wie es ihnen geht, man hört sie immer etwas Neues singen, das tut schon gut, auch andere Facetten von den Kandidaten mitzubekommen. Das hilft bei der späteren Bewertung.

Wie bewertest du die Qualität der Sänger?

Natalie: Es sind ein paar sehr starke Sänger und Sängerinnen dabei, bei denen ich große Hoffnung habe, dass sie es weit schaffen werden. Ich freue mich auf die weitere Entwicklung der Kandidaten.

Wie würdest du deine Rolle in der Jury bewerten? Auf was achtest du besonders? Bist du streng?

Natalie: Ich muss zugeben, dass ich strenger bin als ich dachte. Mir ist es unglaublich wichtig, dass das musikalische Talent stimmt, dass musikalisches Gehör da ist. Ich stehe für die Stimmen, da ich selbst Sängerin bin. Wenn jemand technisch richtig gut ist, dann sperren sich meine Ohren weit auf.

Was möchtest du für einen Superstar? Wünschst du dir eine Frau oder einen Mann als Superstar?

Natalie: Ich finde der oder die Beste sollte gewinnen. Es ist egal welches Geschlecht der Gewinner hat.

Was für Musik hörst du so privat?

Natalie: Ich höre alles querbeet. Ich bin mit Jazz aufgewachsen. Aber ich höre auch Amy Winehouse, Lady Gaga und die ganzen Popsachen. Das kommt immer auf meine Stimmung an. Aber ich werde immer eine Schwäche für Soul haben, weil ich das schon von Kind an gesungen habe.

Du hast selbst schon bei einer Castingshow mitgemacht. Was war das für eine Erfahrung?

Natalie: Das war eine ganz kurze Erfahrung für mich. Ich war nur einen Tag da, bin nicht weit gekommen und habe nur kurz vorgesungen. Danach bin ich gleich rausgeflogen. Große Erfahrungen habe ich also nicht, außer, dass ich schon mal vor einer Jury gesungen habe. Das war schon ein komisches Gefühl. Ich hab also die Erfahrung gemacht, wie es ist, wenn man nach Hause geschickt wird. Das geht einem schon sehr nahe.

Würdest du trotzdem sagen, dass es ein guter Weg ist, bei einer Castingshow wie DSDS mitzumachen, um eine musikalische Karriere zu starten?

Natalie: Es kommt auf das Individuum an. Bei manchen ist es sicherlich der richtige Weg. Ich zum Beispiel spiele nur wenige Instrumente, war nie Teil einer Band, in der ich regelmäßig proben konnte. Wie soll man sonst entdeckt werden, wenn man eine gute Stimme hat und man Sängerin werden möchte!? Dementsprechend sind Castingshows wie DSDS ein wirklicher Schritt ins Musikbusiness. Über Castingshows sollte man nicht schlecht denken.

Du bist Sängerin und kommst aus dem Musikbusiness. Welche Tipps kannst du dem zukünftigen Superstar geben?

Natalie: So ein DSDS-Superstar hat es schon schwieriger als so manch‘ ein anderer in diesem Business, ich inbegriffen, weil sie von Null auf Hundert durchstarten. Sie werden ohne große Erfahrungen auf riesigen Bühnen singen. Sie müssen einen kühlen Kopf bewahren, müssen an sich weiterarbeiten, dürfen nicht zu nervös sein und sollten versuchen, sich zu entspannen, auch wenn es schwer fällt.

Hast du selbst noch Lampenfieber?

Natalie: Auf jeden Fall. Mein Vater ist langjähriger Musiker und hat immer noch Adrenalinschübe vor seinen Auftritten. Ich finde das ganz wichtig, das hält einen konzentriert. Ich glaube, wenn man zu entspannt auf die Bühne geht und gar nicht mehr nervös ist, dann ist man auch nicht mehr so konzentriert. Natürlich schwankt das Lampenfieber. Wenn man vor 100.000 Leuten singt, ist man nervöser als in einem kleineren Club. Ein bisschen nervös bin ich aber immer.

Bei manchen Sängern ist es so extrem, dass sie Blockaden haben. Hast du Tipps, wie man so etwas in den Griff bekommt?

Natalie: Blackouts und Texthänger können jedem mal passieren, gerade wenn man nervös ist. Man sollte so viel üben, dass einem das fast gar nicht mehr passieren kann. Gerade bei einer großen Liveshow kann man nicht einen Zettel in der Hand haben, so wie es die Kandidaten hier beim Casting teilweise schon hatten.

Das Musikbusiness ist hart, welche Tipps kannst du hier den Kandidaten mit auf den Weg geben? Was macht es so hart?

Natalie: Das Harte an dem Musikgeschäft ist einfach, dass die Leute glauben, einen persönlich zu kennen, tun es aber nicht. Dementsprechend wird man schnell bewertet. Man kann so schnell von der Bildfläche verschwinden, wenn man nicht mehr gut ankommt. Das ist hart. Man ist immer noch ein Mensch mit Gefühlen und Emotionen.

Was ist für den Erfolg am ausschlaggebendsten, wieviel Prozent haben Ausstrahlung, Stimme, Optik, oder später auch gute Manager, Produzenten?

Natalie: Es ist ein Zusammenspiel aus allem. Es gibt natürlich wichtige Leute, die man hinter sich hat, wie Manager, Produzenten oder auch die Stylisten. Ich glaube aber nicht, dass man jeden Menschen von der Straße zu einem Superstar machen kann. Der Superstar braucht dieses gewisse Etwas, was ihn von der Masse abhebt, ob es Redegewandtheit, Ausstrahlung oder ein spezieller Gesang ist. Sonst könnten wir ja alle Superstars sein.

Du bist während DSDS noch auf eigenen Konzerten und musstest einige absagen, haben die Fans dafür Verständnis?

Natalie: Ich glaube schon. Gerade in Deutschland. Wir haben auch unheimlich viele internationale Fans, die kennen alle das Castingformat. Ich habe ihnen erklärt, dass ich als Jurorin ausgewählt wurde und es eine große Sache für mich ist. Die meisten haben Gott sei Dank wirklich Verständnis dafür. Wir geben uns natürlich auch große Mühe, dass alle abgesagten Shows nachgeholt werden.

Was hast du außer DSDS noch für Pläne derzeit?

Natalie: DSDS spielt im Moment natürlich eine ganz wichtige Rolle in meinem Leben. Anfang des neuen Jahres kommt dann eine neue Single raus. DSDS wird nächstes Jahr anlaufen aber natürlich schauen wir auch, dass CASCADA nicht zu kurz kommt.

Interview und Foto: © RTL/ RTL /Stefan Gregorowius

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