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Formel 1: Rennanalyse des Formel 1 GP von Belgien 2011 aus der Sicht von Renault F1

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F1 - BELGIUM GRAND PRIX 2011

Rennanalyse und Renn-Stenogramm des Formel 1 GP von Belgien der Formel 1 Teams mit Renault Triebwerken im Heck: Die Ardennen Achterbahn von Spa Francorchamps ist immer für Unterhaltung und jeder Menge Action gut. Auch bei dem Formel 1 GP von Belgien 2011 wurde den Zuschauern jede Menge Action und Motorsport auf höchstem Niveau geboten.
Bereits im Qualifying zeigte der jüngste Formel 1 Weltmeister aller Zeiten, Sebastian Vettel das er mit den wechselnden Wetter-sowie Streckenbedingungen am besten zurecht gekommen ist. Der Heppenheimer im Red Bull sicherte sich die Pole Nummer 9 von zwölf ausgetragenen Formel 1 GP´s in der Saison 2011. Auch im Rennen zeigte Sebastian Vettel sowie das Team Red Bull Racing das sie mit einer perfekten taktischen Meisterleistung einen Doppelsieg in Spa 2011 einfahren konnten.

So lief der Formel 1 GP von Belgien für Red Bull Racing
Für Red Bull Racing endete der Große Preis von Belgien mit dem denkbar besten Resultat. Sebastian Vettel siegte von der Pole Position vor seinem Stallgefährten Mark Webber. Trotz gutem Start musste Vettel die Führung kurzzeitig an Nico Rosberg abgeben, doch schon in Runde drei eroberte der amtierende Weltmeister die Spitze zurück. Er nutzte dabei das in diesem Umlauf erstmals freigegebene Drag Reduction System DRS, mit dem sich der obere Teil des Heckflügels flachstellen und eine höhere Topspeed erzielen lässt. Vettel baute die Führung sofort aus, tauchte aber bereits drei Runden später für seinen ersten Reifenwechsel an der Box auf. Seine Verfolger Fernando Alonso (Ferrari) und Lewis Hamilton (McLaren) hinterließen in dieser Rennphase einen sehr starken Eindruck und führten das Rennen vor Rosberg an. Vettels früher Stopp zahlte sich jedoch aus, als Alonso und Hamilton ihrerseits Reifen wechseln ließen – nun lag der Deutsche wieder vor ihnen. Seinen nun führenden Landsmann Nico Rosberg passierte Vettel kurz darauf mit einem fantastischen Manöver in der ultraschnellen Blanchimont-Kurve. Den zweiten Boxenhalt absolvierte Sebastian Vettel, während das Safety Car nach einem Unfall von Lewis Hamilton ausrückte. Bei diesem Stopp fiel er zwar hinter Fernando Alonso zurück, doch kurz nach dem Neustart ging er am Spanier vorbei.
Mark Webber fiel nach verhaltenem Start zunächst bis auf Position acht zurück. Ein früher Wechsel auf die härtere der beiden möglichen Reifenmischungen erwies sich als die perfekte Taktik – der Australier befand sich bald wieder auf Podestkurs. Nach seinem letzten Reifenwechsel holte er in Riesenschritten auf Fernando Alonso auf und überholte den Ferrari-Piloten mit einem sehenswerten Manöver ausgangs des berühmten Links-Rechts-Knicks „Eau Rouge“. Alonso konterte, doch Webber sorgte in Runde 37 für klare Verhältnisse, als er am Spanier vorbeiging und sich zügig absetzte. Red Bull Racing führt die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft jetzt mit 131 Punkten Vorsprung an. In der Fahrer-Wertung liegt Sebastian Vettel mit 259 Zählern vor Mark Webber (167) in Führung. Fernando Alonso als nächster Verfolger des Red Bull-Renault-Duos steht bei 157 Punkten.

Sebastian Vettel in Spa nicht zu schlagen
Taktische Meisterleistung von Red Bull sichert Doppelsieg beim GP von Belgien 2011

Foto:© Renault F1
Starker Eindruck von Bruno Senna bei seinem Debüt bei Lotus Renault GP
Bei seinem Einstand für Lotus Renault GP hinterließ der 25-jährige Brasilianer Bruno Senna einen starken Eindruck. Er erreichte nicht nur den dritten Abschnitt des Qualifyings, sondern brillierte dort auch noch mit Startplatz sieben – die beste Startposition des Teams seit dem Großen Preis von Spanien. Bei einer Startkollision mit dem Toro Rosso von Jaime Alguersuari beschädigte sich Senna jedoch den Frontflügel und musste vorzeitig an die Box. Für den Zusammenstoß erhielt er außerdem eine Durchfahrtsstrafe. Dadurch fiel der Neffe des unvergessenen Ayrton Senna fast ans Ende des Feldes zurück. Er beendete das Rennen noch als 13. und sammelte über die komplette Renndistanz viel Erfahrung mit dem R31.
Auch Teamkollege Vitaly Petrov hatte es im Qualifying unter die Top-Ten gebracht. Mit besonnener Fahrweise schaffte er es ohne Zwischenfall durch die turbulente Startphase. Die Zwei-Stopp-Strategie des Russen ging im Rennen gut auf, er kam als Neunter auf einem Punkterang ins Ziel. Der 26-Jährige hatte Rang acht im Visier, musste jedoch wegen eines Bremsproblems in der letzten Runde noch den Ferrari von Felipe Massa passieren lassen. Das Team steht weiterhin auf Rang fünf der Konstrukteurs-Wertung.

Team Lotus erreicht beim GP von Belgien in Spa Platz 14 und 15
Mit Heikki Kovalainen erreichte Team Lotus zum zweiten Mal in dieser Saison die zweite Qualifying-Session. Der Finne zeigte auf abtrocknender Strecke eine starke Leistung und startete von Platz 16 ins Rennen. Aufgrund mehrerer Kollisionen im vorderen Feld kam es zwischen Kovalainen und Jarno Trulli in der ersten Kurve zu einer Kollision, woraufhin Heikki vorzeitig an die Box kommen musste, um sich eine neue Nase für seinen Boliden abzuholen. Dank einer Dreistopp-Strategie konnte der Finne sich jedoch am Ende wieder bis auf den 15. Rang nach vorne kämpfen. Jarno Trulli gelang hinter Heikki Kovalainen ein guter Start. Allerdings wurde der Unterboden seines Lotus kurz nach dem Start leicht beschädigt. Dank seiner klugen Fahrweise und der schnellen Boxenstopps kam Trulli auf Position 14 ins Ziel.

Analyse des Formel 1 Rennwochenendes von Spa durch Renault F1Sport F1 Einsatzleiter Rémi Taffin
n Spa sind die Anforderungen an die Motoren besonders hoch. Schließlich liegt der Vollgasanteil auf der 7,004 Kilometer langen Runde bei über 70 Prozent. Daher ist eine hohe Topspeed hier besonders wichtig. Aber von ebenso großer Bedeutung ist die passende Getriebeabstufung des siebten Gangs, um auf den langen Geraden eine optimale Beschleunigung zu ermöglichen. Beim Herausbeschleunigen aus der Haarnadelkurve und den Schikanen ist ein gutes Ansprechverhalten des Motors besonders wichtig. Daher ist die Vorbereitung auf das Rennen sehr schwierig. Umso mehr freuen wir uns über den Doppelsieg. Er zeigt, dass unser Motor in Sachen Leistung und Fahrbarkeit ganz weit vorne liegt. Red Bull Racing hat hier auf der „Ardennen-Achterbahn“ ein hervorragendes Ergebnis abgeliefert. Aber auch Lotus Renault GP und Team Lotus erlebten in Belgien ein vielversprechendes Wochenende. Bruno Senna feierte ein sehr starkes Debüt und zeigte im Qualifying eine hervorragende Leistung. Leider war sein Rennen nicht von Erfolg gekrönt. Senna konnte mit Startplatz sieben jedoch das große Potenzial von Chassis und Motor eindrucksvoll unter Beweis stellen. Vitaly Petrov sammelte mit Platz neun zwei weitere wichtige Punkte und konnte damit den Abstand zu Sauber in der Teamwertung weiter vergrößern. Auch Team Lotus zeigte vor allem im Qualifying eine starke Leistung. Das Rennen beendeten Jarno Trulli und Heikki Kovalainen im Mittelfeld.

Ausblick auf den GP von Italien in Monza
Als nächstes Rennen steht Monza auf dem Programm. Auch hier werden die Motoren besonders hart gefordert. Leistung und Beschleunigung sind hier die Schlüssel zum Erfolg. Die herausragende Leistung des Renault RS27 haben wir bereits unter Beweis gestellt. Jetzt müssen wir weiter hart arbeiten und uns darauf konzentrieren, unseren Partnern weiterhin höchst wettbewerbsfähige Triebwerke zur Verfügung zu stellen.