
Lucas Auer hat das turbulente erste DTM-Rennen auf dem Hockenheimring gewonnen. Im vorletzten Wertungslauf der DTM-Saison überquerte der Österreicher im Mercedes-AMG des Teams Landgraf die Ziellinie als Erster. Doch während Auer trotz seines Sieges keine mathematischen Chancen mehr auf den Meisterschaftstitel besitzt, erlebte das restliche Feld der insgesamt 21 eingeschriebenen Fahrer ein hochemotionales Samstagsrennen voller Unfälle, Boxen-Dramen und sportrechtlicher Kontroversen. Da im Championat jeder einzelne Zähler zählt, kämpften die Piloten bis in die letzten Kurven des badischen Traditionskurses um wertvolle Platzierungen.
Heftiger Startunfall von Pole-Setter Luca Engstler sorgt für Unterbrechung
Das Drama begann bereits Sekunden nach dem Erlöschen der Startampel. Luca Engstler, der sich am Vormittag im Qualifying auf nasser Strecke sensationell die Pole-Position gesichert hatte, erwischte einen ordentlichen Start. Direkt dahinter lauerte Lucas Auer. Beim harten Kampf um die Spitzenposition im Motodrom kam es zu einer folgenschweren Berührung der beiden Fahrzeuge. Engstlers Lamborghini geriet bei hoher Geschwindigkeit außer Kontrolle, drehte sich und schlug vehement in die Streckenbegrenzung ein.
Aufgrund der Trümmerteile und zur sicheren Bergung des Fahrzeugs zogen die Sportkommissare sofort die Rote Flagge. Das Rennen wurde unterbrochen. Glücklicherweise konnte Engstler den zerstörten Boliden selbstständig verlassen. Für ihn war das Samstagsrennen damit jedoch vorzeitig beendet, sodass nur noch 20 Fahrzeuge den Restart aufnahmen.
Bitteres Boxengassen-Drama reißt Maro Engel aus allen Träumen
Nach dem Neustart sah zunächst alles nach einer Machtdemonstration von Maro Engel aus. Der Titelaspirant übernahm die Führung und setzte sich dank einer fehlerfreien Performance sukzessive vom restlichen Feld ab. Unterstützt wurde er dabei temporär von AMG-Markenkollege Auer. Zur Rennhälfte folgte jedoch der Schock für das gesamte WINWARD-Team.
Beim obligatorischen Pflichtboxenstopp patzte die Crew beim Reifenwechsel am Heck. Die Radmutter des rechten Hinterreifens verkantete sich, wodurch Engel wertvolle zehn Sekunden in der Boxengasse verlor. Als er wieder auf die Strecke fuhr, war die Führung dahin. Lucas Auer zog vorbei und kontrollierte das Rennen fortan souverän an der Spitze, um den Sieg mit über vier Sekunden Vorsprung ins Ziel zu bringen. Zweiter wurde Mirko Bortolotti im GRT-Lamborghini, dessen Fahrzeug in der Auslaufrunde mit einem technischen Defekt ausrollte.

Harter Kampf auf den Plätzen: Strafen und Aufholjagden im 21-Fahrer-Feld
Hinter dem Führungsduo entbrannte in der Schlussphase ein erbitterter Zweikampf um den verbliebenen Podiumsplatz zwischen Marco Wittmann im Schubert-BMW und dem zurückgefallenen Maro Engel. Engel presste sich kurz vor dem Ziel mit einem aggressiven Manöver an Wittmann vorbei, drängte den zweimaligen Champion dabei jedoch regelwidrig über die Streckenbegrenzung hinaus. Die Rennleitung reagierte prompt: Engel wurde angewiesen, die Position wieder zu übergeben. Wittmann erbte somit den dritten Platz auf dem Podium.
Der Gesamtführende Thomas Preining zeigte unterdessen die Aufholjagd des Tages. Nach einem verpatzten Start, bei dem er ins Gras ausweichen musste und weit zurückgeworfen wurde, kämpfte sich der Porsche-Pilot extrem willensstark durch das Feld. Er passierte unter anderem den Lamborghini-Piloten Marco Mapelli und sicherte sich schlussendlich den fünften Rang, was im Hinblick auf die Meisterschaft Schadensbegrenzung auf höchstem Niveau bedeutete.
Das Ergebnis Rennen 1 der DTM Saisonfinale Hockenheim 2026
| Pos. | Nr. | Fahrer | Team | Auto | Rückstand |
| 1 | 22 | L. Auer | Mercedes-AMG Team Landgraf | Mercedes-AMG | |
| 2 | 63 | M. Bortolotti | GRT Grasser Racing Team | Lamborghini | 4.777 |
| 3 | 11 | M. Wittmann | Schubert Motorsport | BMW | 8.157 |
| 4 | 80 | M. Engel | Mercedes-AMG Team Winward | Mercedes-AMG | 8.533 |
| 5 | 91 | T. Preining | Manthey | Porsche | 17.057 |
| 6 | 3 | K. van der Linde | Schubert Motorsport | BMW | 21.562 |
| 7 | 48 | J. Gounon | Mercedes-AMG Team Winward | Mercedes-AMG | 22.044 |
| 8 | 36 | A. Maini | HRT Ford Racing | Ford | 23.357 |
| 9 | 10 | M. Mapelli | Abt Sportsline | Lamborghini | 28.897 |
| 10 | 64 | F. Wiebelhaus | HRT Ford Racing | Ford | 29.635 |
| 11 | 29 | B. Buus | Land-Motorsport | Porsche | 30.102 |
| 12 | 25 | B. Dörr | Dörr Motorsport | McLaren | 31.445 |
| 13 | 69 | T. Vermeulen | Emil Frey Racing | Ferrari | 32.512 |
| 14 | 19 | M. Paul | GRT Grasser Racing Team | Lamborghini | 33.189 |
| 15 | 84 | T. Kalender | Mercedes-AMG Team Landgraf | Mercedes-AMG | 34.904 |
| 16 | 90 | R. Feller | Manthey | Porsche | 45.737 |
| 17 | 7 | N. Thiim | Comtoyou Racing | Aston | 1:06.533 |
| 18 | 8 | N. Baert | Comtoyou Racing | Aston | 1:15.003 |
| 19 | 14 | M. Cairoli | Emil Frey Racing | Ferrari | 1 Runde |
| 20 | 16 | T. Glock | Dörr Motorsport | McLaren | 19 Runden |
| 21 | 130 | L. Engstler | Abt Sportsline | Lamborghini | 35 Runden |
Da das Reglement der DTM Punkte für die ersten 15 Plätze vorsieht, wurde auch im Mittelfeld sowie am Ende des Tableaus verbissen um jeden Zentimeter Asphalt gekämpft.
Nervenkitzel pur: Drei Piloten jagen am Sonntag den Titel
Durch den Ausgang dieses ersten Laufs ist der vorzeitige Titelgewinn von Thomas Preining vertagt. Vor dem allerletzten Saisonrennen am Sonntag führt Preining das Gesamtklassement mit 209 Punkten an. Marco Wittmann schiebt sich durch den Podiumsrang auf Platz zwei vor und liegt nun 20 Zähler zurück. Maro Engel lauert mit 22 Punkten Rückstand auf Rang drei. Da am Sonntag inklusive des Qualifyings noch maximal 28 Punkte vergeben werden, besitzen ausschließlich diese drei Fahrer realistische Titelchancen. Preining reicht im großen Finale ein siebter Platz aus eigener Kraft, um sich zum DTM-Champion zu krönen.

















