Sport 24h von Le Mans Porsche und Toyota kämpfen um Sekunden

24h von Le Mans Porsche und Toyota kämpfen um Sekunden

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24h le mans 2016 Porsche 919 Hybrid, Porsche Team: Romain Dumas, Neel Jani, Marc Lieb
24h le mans 2016 Porsche 919 Hybrid, Porsche Team: Romain Dumas, Neel Jani, Marc Lieb

24h von Le Mans Porsche und Toyota kämpfen um Sekunden: Der spannende Kampf an der Spitze zwischen Toyota und Porsche hält seit Stunden an und nähert sich der entscheidenden Phase. Bis kurz vor 11:00 Uhr lag der Porsche 919 Hybrid (Startnummer 2) mit Marc Lieb (DE) am Steuer in Führung, jetzt hat Toyota wieder übernommen. Lieb teilt sich den 662 kW (900 PS) starken Prototypen mit Romain Dumas (FR) und Neel Jani (CH). Das Trio war von der Poleposition ins Rennen gegangen. Tapfer, aber nach langer nächtlicher Reparatur weit abgeschlagen, liegt das Schwesterauto mit der Startnummer 1 von Timo Bernhard (DE), Brendon Hartley (NZ) und Mark Webber (AU) auf dem 23. Gesamtrang.

Wie das Rennen für Porsche seit den Morgenstunden verlief:
Marc Lieb hatte seinen Vierfachstint mit der Startnummer 2 um 03:38 Uhr nach 197 Runden begonnen. Im Kampf um die Spitze tankte er nach 210 Runden, wurde nach 215 Umläufen durch einen außerplanmäßigen Reifenwechsel wegen Druckverlusts eingebremst, tankte erneut nach 228 Runden und übergab nach 241 Runden um 06:14 Uhr wieder an Romain Dumas.

Porsche 919 Hybrid 24h von Le Mans
Porsche 919 Hybrid 24h von Le Mans

Der Franzose fuhr mit denselben Reifen weiter und wurde bereits zehn Umläufe später von Neel Jani abgelöst, wobei die vorgeschriebenen Fahrzeiten und eine passende Gelbphase eine Rolle spielten. Jani übernahm nach 251 Runden um 06:50 Uhr. In dieser Zeit ereigneten sich viele Zwischenfälle auf der Strecke, und auch das Safety Car rückte erneut aus. Jani tankte nach 265 Runden und kam zugunsten der Reifen-Performance schon nach 278 Runden zum Komplettservice inklusive Fahrerwechsel für das zwischenzeitlich immer wieder führende Auto. Marc Lieb übernahm wieder das Steuer um 08:41 Uhr. Er tankte nach 291, 304 und 317 Runden.

Der Porsche mit der Nummer 1 kämpfte sich mit 39 Runden Rückstand weiter nach vorn. Ab 04:13 Uhr absolvierte Mark Webber die Frühschicht inklusive Tankstopps nach den Runden 181 und 195. Nach 208 Umläufen übernahm Timo Bernhard für einen Vierfachstint um 06:33 Uhr das Steuer, nach 221, 235 und 248 Runden wurde Kraftstoff aufgefüllt. Brendon Hartley löste ihn um 09:49 Uhr bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein auf frischen Reifen nach 259 Runden ab. Er tankte nach 272 Umläufen zum ersten Mal nach.

24h le mans 2016 Porsche 919 Hybrid, Porsche Team: Romain Dumas, Neel Jani, Marc Lieb
24h le mans 2016 Porsche 919 Hybrid, Porsche Team: Romain Dumas, Neel Jani, Marc Lieb
Fotos: © Porsche Motorsport
Timo Bernhard (35, Bruchmühlbach-Miesau):
(9 Teilnahmen, Gesamtsieg 2010, Gesamtzweiter 2015, GT-Klassensieg 2002)
„Wir geben bei Porsche nicht auf, das ist ganz klar, und kämpfen vor allem noch um Punkte für die Herstellerwertung der Weltmeisterschaft. Wir gehen die ganze Zeit das Tempo des Führungstrios mit und fahren hier ein gutes Rennen, auch wenn wir das nicht in ein vorzeigbares Resultat ummünzen können. Es ist sehr schade für Mark, Brendon und unsere Crew, wir werden dieses Jahr wirklich stark gebeutelt. Doch wir kommen wieder. Ein Le-Mans-Sieg mit Porsche muss her.“

Mark Webber (39, Australien):
(4 Teilnahmen, davon 1998 und 1999 ohne Renneinsatz, Gesamtzweiter 2015)
„Mein Einsatz war in Ordnung, das Tempo hat gepasst. Wir sind jetzt natürlich in einer ganz anderen Stimmung. Mit 39 Runden Rückstand dem Feld hinterherzufahren, ist nicht gerade das schönste Gefühl. Aber Le Mans 2016 bedeutet völlig unabhängig davon einen großartigen Einsatz und harte Arbeit für die Mechaniker, für Timo und Brendon und alle Beteiligten in Weissach. Es sollen wenigstens alle stolz darauf sein können, dass wir nicht aufgeben und es bestmöglich zu Ende bringen.“

Neel Jani (32, Schweiz):
(7 Teilnahmen: Qualifyingrekord und 5. Platz gesamt 2015)
„Mein Doppelstint am Morgen war nicht ganz einfach aufgrund der Verkehrssituation und vieler Gelbphasen. Für die Rennstrategen ist unser Kampf um den Sieg eine wirklich knifflige Aufgabe.“

Marc Lieb (35, Ludwigsburg):
(10 Teilnahmen: 5. Platz gesamt 2015, Klassensiege GTE 2013, GT2 2010, GT 2005)
„Nachts ließ es sich gut fahren, ich hatte relativ wenig Slow Zones und das Auto fühlte sich mit den etwas weicheren Reifen sehr gut an. Mit einem Satz hatte ich leider einen Plattfuß, wodurch wir noch einmal Zeit einbüßten. Aber ansonsten lief es prima in der Nacht.“